Homburger ADAC Bergrennen – Homburger Automobilclub e.V im ADAC

44. Bergrennen am 15. und 16. Juli 2017 – Homburg / Saar – Käshofer Straße

Chronik

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Eine der herausragendsten sportlichen Veranstaltungen in der Saar-Pfalz ist das Bergrennen des Homburger Automobilclubs (HAC), das mittlerweile seit über vierzig Jahren gestartet wird. In den 1970er Jahren als Versuch und Wagnis begonnen, hat sich das Bergrennen des HAC einen festen Platz im nationalen und internationalen Motorsportkalender erworben.

Die Gründerjahre

Bereits im Jahre 1968, nachdem der Homburger Automobilclub (HAC) durch eine Fusion des Motorssportclubs Limbach-Homburg und des MC Homburg, ins Leben gerufen worden war, wurde an die Ausrichtung eines Bergrennens, hinauf nach Käshofen gedacht. Die Homburger Motorsportler Karl Richter, Siegfried Theis, Elmar Duhl und Hartmut Schöffler planten eine 5,2 km lange Streckenführung von Homburg nach Käshofen. Vorerst scheiterte jedoch das Vorhaben an der (noch) negativen Streckenabnahme der Obersten Nationalen Motorsportbehörde (ONS- heute DMSB).  Erst im Herbst 1974 fuhren erstmalig Rennwagen auf der Käshofer Straße. An Pfingsten sollte erst die Premiere stattfinden, doch aufgrund von Problemen mit der Genehmigung, musste die Erstlingsveranstaltung verschoben werden. Bernhard Brack aus Honzrath in einem GRD Formel 3 war damals mit der Rekordzeit von 1.28,64 min, erster Gesamtsieger von 83 gestarteten Fahrern. Die Aktiven campieren entlang der Käshofer Straße und über Nacht im Hof der Karlsberg-Brauerei !

Der Aufstieg

Seit der ersten Austragung des Rennens ging es mit dem Homburger Bergrennen, im wahrsten Sinne des Wortes, bergauf. Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Veranstaltung wuchs im Laufe der Jahre, bei Aktiven, Medien und Zuschauern kontinuierlich an. Gab es in den ersten Jahren für die erfolgreichsten deutschen und internationalen Bergspezialisten nur Punkte für die ADAC Gaumeisterschaften und Rennsport-Pokale zu verdienen, so bekam 1981 der HAC als Anerkennung für seine bisher ausgezeichnet organisierten Rennen, erstmals einen Lauf zum damaligen Deutschen Automobil Berg-Pokal (Region Süd) zugesprochen. Seit 1985 ist das „Karlsberg-Rennen“ fester Bestandteil im Kalender der Deutschen Bergmeisterschaft, der „1. Bundesliga“ im Bergrennsport. Eine weitere Aufwertung erfuhr das Rennen ab 1995 mit den Wertungsläufen zur FIA International Hill Climb Challenge, die anfangs in drei und später in zwei Regionen unterteilt, europaweit ausgefahren wird.

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Die 80er Jahre

Aber es gab in der Chronologie des Homburger Bergrennens noch einige Meilensteine. Ab dem 4. Bergrennen im Jahre 1977  bis 2009, fungiert Hartmut Schöffler als Renn- und Organisationsleiter, ab 2010 nur noch als Organisationsleiter. Der 2. Vorsitzende Jürgen Guckert übernahm die Rennleitung. Im Jahre 1980 wurde die Rennstrecke um 200 Meter auf die bis heute gefahrene Streckenlänge von 2,6 km verlängert. Erster Rekordhalter war der Österreicher Walter Pedrazza in 1.14,92 min. Drei Jahre später beim 10. Bergrennen von 1983 konnte erstmalig die Wiese zwischen dem Schießhaus und dem Stumpfen Gipfel als permanentes Fahrerlager genutzt werden. Der späterer Rekord-Gesamtsieger Horst Fendrich startet erstmals auf der Käshofer Chaussee mit einem Formel Ford 1600. Im folgenden Jahr holte sich Karl Jordan im March BMW Formel 2 sein dritten Gesamtsieg und verunglückte nur sieben Tage später beim Hauenstein-Bergrennen in der Rhön tödlich. 1985 steht im Fahrerlager zum ersten Mal das große Festzelt. 10 Formel 2-Rennwagen gehen in die 12. Auflage des Rennens. Peter Stürtz (+) im Tempo-March BMW F2 gewinnt erstmals. 1986 siegt erneut Stürtz mit Streckenrekord (1.08,50 min) vor Fendrich im Maurer BMW F2. Das 14. Bergrennen dominierte Herbert Rostek (Jehro-Spirit F2) vor 19 Formel 3-Rennwagen (!). 1988 schlägt erstmals die Stunde von Horst Fendrich, der Zotzenbacher gewinnt erstmals im Maurer F2. Gesamtsieg Nummer 2 folgt ’89 im Gruppe C Osella PA9. In diesem Jahr gastiert auch erstmals der „ALPINE Car Audi Systems Gruppe H Berg-Cup“, heute KW Berg-Cup, am Fuße der Sickinger Höhe.

Von 1990 bis zur Gegenwart

Das Rekordjahr war bislang 1990:  211 Nennungen , 9 Prädikate und 15 ausländische Starter aus 6 Nationen (u.a. UdSSR, CSFR), waren die eindrucksvolle Bilanz. Der Franzose Michel Arbeit (Martini BMW F2) entführt den Sieg ins Nachbarland. Thomas Bubel ist fortan für die Presse-Arbeit zuständig. 1991 fungiert Hartmut Schöffler zum 15. Mal als Rennleiter und kann erstmals Europameister Herbert Stenger (Eigenbau BMW C3) zum Gesamtsieg gratulieren. Von 1992 bis 1996 heißt der Sieger Horst Fendrich. Der Odenwälder verbessert zudem den acht Jahre alten Streckenrekord auf 1.08,22 min. 1993 feiert der HAC zusammen mit 182 Teilnehmern sein 20. Rennjubiläum und 25jähriges Vereinsjubiläum. 1996 und ’97 setzt die englische Berg-Rennwagen-Schmiede „Pilbeam“ einen Formel 2-Werkswagen ein, am Steuer der Luxemburger Christian Hauser, der jeweils Rang 2 belegt. 1997 fährt Arnold Wagner im Martini BMW F2 zu seinem ersten Sieg. Im Jahr 1999 sicherte sich Horst Fendrich seinen 8. und bisher letzten Gesamtsieg bei seinem Lieblingsrennen. Im Millennium blieb der Luxemburger Bergmeister Christian Hauser erstmals siegreich und stellte Streckenrekord (1.08,13) mit einem Reynard Cosworth F3000 auf, der 12 Jahre halten sollte und im erst im Jahr 2012 ausgerechnet von seinem Sohn David Hauser in einen Dallara GP2-Rennwagen in 1:07,344 min gebrochen wurde. 2004 verunglückt Horst Fendrich beim 31. Bergrennen in einem Reynard Formel 3000 bei Posten 4 schwer. Der Unternehmer liegt bis zu seiner vollständigen Genesung wochenlang ohne Bewusstsein im Krankenhaus. „Berglöwe“ Herbert Stenger gewinnt, wie die beiden Jahre zuvor. 2005 musste das Homburger Bergrennen als reines Tourenwagen-Rennen über die Bühne gehen. Der vom DMSB beanstandete oberen Streckenabschnitte, ließen eine Start der Rennsportfahrzeuge nicht zu. Den spannenden Dreikampf der Tourenwagen-Asse Norbert Brenner (Mercredes), Norbert Handa (Lancia) und Herbert Stolz (Porsche 935 II) konnte der Porsche-Pilot aus Innsbruck für sich entscheiden. Dank der Unterstützung des ADAC Saarland und des Straßenbauamts im pfälzischen Landstuhl, konnten die Sanierungsarbeiten am Asphaltbelag der Käshofer Straße im Frühjahr 2006 abgeschlossen werden. Somit wurden die Auflagen des DMSB erfüllt, sodass die Fahrer der schnellen Formel und Gruppe C-Rennsportwagen, ab 2006 wieder in der Saar-Pfalz um Punkte zur Deutschen Berg-Meisterschaft und zum DMSB Bergpokal fahren konnten. In der Zeit von 1:10,913 stellte der Schweizer Reto Meisel im Jahr 2008 den bis heute gültigen Tourenwagen-Streckenrekord in seinem Mercedes 190 Judd V8 auf.

Wetterkapriolen und Gesamtsieg für Timo Bernhard

Nach zwei Gastspielen in 2001 und 2002 wendet sich die Luxemburger Bergmeisterschaft ab dem Jahr 2010 wieder dem Homburger Bergrennen zu, was sich auch in der Chronik der Gesamtsieger niederschlägt. 2012 gewann David Hauser mit Streckenrekord, der jedoch gleich im Folgejahr von Guy Demuth im Osella FA 30 Zytek V8 in 1:06,914 unterboten wurde. Mit besagtem Osella E2-SS Rennwagen setzte Tommy Rollinger in 2015 die Luxemburger Siegesreihe am Karlsberg fort. Gleichzeitig Tief- und Höhepunkt in der Chronik war das 41. Bergrennen im Jahr 2014. Wie in den Jahren zuvor meine es der „Wettergott“ nicht sehr gut mit den HAC’lern. Doch so regenreich wie in 2014 war es seit den 1980er Jahren nicht mehr bei einem Bergrennen auf der Käshofer Straße. Am Tag als die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft sich in Brasilien zum Weltmeister krönte, sorgte eine Zuschauerminuskulisse und ein wetterbedingter Rennabbruch für eine Loch von mehr als 12.000 € in der Vereinskasse. Der viel umjubelte Gesamtsieger war am Ende mit Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard (Porsche 991 GT3) aus Bruchmühlbach-Miesau, erstmals ein Clubmitglied des Homburger AC. Nach dem Kassensturz stand der Fortbestand des Homburger Bergrennens lange auf der Kippe. Durch einen Kraftakt des Vereins, mit Unterstützung zahlreicher Gönner und nicht zuletzt durch das Engagements von Le Mans-Sieger Timo Bernhard, konnte die Traditionsveranstaltung gerettet werden, sodass der Club in 2015 bei bestem Wetter seinen treuen Zuschauern ein tolles Starterfeld präsentieren konnte. Timo Bernhard stellte sich und seinen Rallye-Porsche in den Dienst des Rennens und  fuhr mit versteigerten Renntaxifahrten zusätzliches Geld für die Vereinskasse ein.

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